Weltfrauentag – Frauenpolitik

Frauenpolitik als Querschnittsaufgabe betrifft viele Bereiche. Es ist sicherlich zu kurz gegriffen, wenn die Anliegen von Frauen nur in den klassischen Sozialbereichen definiert werden. Die grün-rote Landesregierung hat 2011 viel angekündigt, vieles bleibt aber weiterhin Absichtserklärung. Zu erwähnen ist dabei etwa die deutlich unterdurchschnittliche Einstellung von Frauen in Führungspositionen in der Landesverwaltung. Auf Bundesebene wurden Quotierungen in DAX-Unternehmen festgelegt, die mit der Frage sehr vieler Frauen, wie sie Beruf und Familie vereinbaren, wenig zu tun haben. Frauen in Spitzenpositionen sind wichtig, die Spitzenleistung vieler Mütter mit Verantwortung für Beruf, Kinder, pflegebedürftiger Eltern und eigener Gesundheit bildet sich in den Debatten der Landespolitik nur wenig ab. Derzeit sind die Chancen für Frauen, beispielsweise in der Wirtschaft, so gut wie nie zuvor. Frauenförderung ist ureigenes Interesse erfolgreicher Betriebe. Die politischen Forderungen der Freien Demokraten sind und bleiben konkret: Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen verbessern, Erhöhung der Fachfrauenquote in der Wirtschaft erleichtern, Frauen in der Landesverwaltung fördern und Frauen in Gefährdung und Notlagen schützen und helfen.

Mit Sorge sehen wir, dass den Betrieben durch landes- und bundespolitische Entscheidungen immer mehr bürokratische Regularien und auch finanzielle Belastungen auferlegt werden. Eines unserer Ziele ist es, Unternehmen bei der beruflichen Förderung von Frauen zu unterstützen. Zum Beispiel sind viele mittelständische Unternehmen viel zu wenig über die Möglichkeiten von Zeitwertkonten informiert. Hier könnte das Finanz- und Wirtschaftsministerium aktiv informieren. Eine von der FDP/DVP-Landtagsfraktion initiierte Plenardebatte zu den Kontaktstellen Frau und Beruf zeigt, dass schon einiges erreicht wurde, es aber weiterer Maßnahmen und finanzieller Unterstützung bedarf. Darüber hinaus zeigen neueste Forschungsstudien, dass über die klassische Frauenpolitik hinaus Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch ein ganzheitliches Diversity Management nicht nur die Chancengleichheit am Arbeitsplatz verbessert werden kann, sondern durch ein offenes Arbeitsumfeld und eine offene Unternehmenskultur die Produktivität, die Kunden-und Mitarbeiterorientierung gefördert werden kann.

Die Frage ist angesichts der bevorstehenden Landtagswahl, wie wir den Anteil der Frauen in unserem Parlament erhöhen können. Das bürgernahe und wahlkreisorientierte Wahlrecht ohne Parteilisten überträgt die Verantwortung auf die Parteimitglieder in den jeweiligen Wahlkreisen. Wir haben deshalb ganz aktiv die Kreisverbände dazu aufgerufen, liberale Frauen anzusprechen, für die Landtagswahl zu kandidieren. Eine Änderung des Wahlrechts konnte fraktionsübergreifend nicht erreicht werden. So verbleibt die letztendliche Entscheidung den Wählerinnen und Wähler am Wahltag.