Und wie verhält man sich im Wahlkampf?

Meine Freunde und Bekannte beobachten sehr genau, wie der Wahlkampf mich verändert. Selbst kann ich das nicht beurteilen, aber ich bemühe mich, jetzt nicht eine andere Person zu präsentieren. Die Leute sollen den wählen, der ich bin. Freundlich sein, interessiert und die Leute nicht zuschwafeln – es klappt ganz gut. Schön ist der Rat zu lesen, der in Shakespeares Hamlet gegeben wird (Polonius im 1. Akt, 3. Aufzug) und der hier zur Landtagswahl erwähnt werden soll:

Und diese Regeln präg in dein Gedächtnis:
Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge,
Noch einem ungebührlichen die Tat.
Leutselig sei, doch mach dich nicht gemein.
Den Freund, der dein, und dessen Wahl erprobt,
Mit ehrnen Haken klammr ihn an dein Herz.
Doch schwäche deine Hand nicht durch Begrüßung
Von jedem neugeheckten Bruder. Hüte dich,
In Händel zu geraten; bist du drin,
Führ sie, dass sich dein Feind vor dir mag hüten.
Dein Ohr leih jedem, wenigen deine Stimme;
Nimm Rat von allen, aber spar dein Urteil.
Die Kleidung kostbar, wie’s dein Beutel kann,
Doch nicht ins Grillenhafte: reich, nicht bunt;
Denn es verkündigt oft die Tracht den Mann,
Und die vom ersten Rang und Stand in Frankreich
Sind darin ausgesucht und edler Sitte.
Kein Borger sei und auch Verleiher nicht;
Sich und den Freund verliert das Darlehn oft,
Und Borgen stumpft der Wirtschaft Spitze ab.
Dies über alles: Sei dir selber treu,
Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,
Du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen.